Zwei beste Freunde

Zu den meisten Pferdemenschen gehören auch Hunde. Deshalb ist es für viele Reiter ganz klar, dass der kleine Vierbeiner auch mit auf den Reiterhof und ins Gelände kommen soll. Doch was muss ich beachten, wenn ich meinen Hund mit zum Ausritt nehmen möchte?

Fragen wie, kann ich den Hund einfach überall laufen lassen? Was für Übungen gibt es, um Pferd und Hund an die gemeinsamen Unternehmungen zu gewöhnen? Es ist ein Wunsch, der manchmal schwer in die Realität umzusetzen ist. In diesem Ratgeber möchten wir dazu ein wenig aufklären.

Der Hund muss die Grundkommandos beherrschen

Wenn man mit dem Hund und seinem Pferd im Gelände unterwegs ist, gerade in höheren Gangarten, läuft er meist ohne Leine nebenher. Gerade hier ist es wichtig, dass der Hund die Grundkommandos sicher beherrscht. Er darf nicht zu weit vor oder zurück laufen oder bei einer interessanten Fährte im Wald verschwinden. Der Reiter muss sich ja schließlich noch auf sich selbst und sein Pferd konzentrieren können und nicht dauerhaft mit dem Hund beschäftigt sein. So ist es also wichtig, dass der Hund sicher auf Kommando zum Reiter zurück kehrt und sich sicher ablegt oder setzt und so lange in dieser Haltung bleibt, bis sein Besitzer die Situation wieder auflöst.

Auf die Gesundheit des Hundes achten

Wichtig ist, dass der Hund ausgewachsen und fit genug für einen Ausritt ist. Ein sich noch im Wachstum befindlicher Hund ist nicht so belastbar, wie ein ausgewachsener. Man sollte junge Hunde auch nicht am Fahrrad mitführen. So also auch vorerst nicht auf langen Strecken im Gelände mit hohen Gangarten. Das kann sonst die Gelenke des Tieres schädigen und auf Dauer zu Erkrankungen führen.

Hund und Pferd

Auf dem Reitplatz gemeinsam üben

Bevor Sie tatsächlich ins Gelände gehen, sollten Sie ausreichend auf bekanntem Terrain geübt haben. Dafür eignet sich natürlich der Reitplatz oder eine abgesteckte Wiese am besten. Hier können sich die beiden Tiere aneinander gewöhnen, ohne zusätzlichen und neuen Reizen ausgesetzt zu sein.

TIPP

TIPP! Unbedingt vor dem Üben mit dem Stallbetreiber und anderen Einstellern absprechen, ob das Üben mit Hund auf dem Reitplatz in Ordnung geht, damit es nicht zu Streit kommt.

Den Hund vom Pferd aus anleinen

Wenn Sie unterwegs auf Spaziergänger treffen oder Wege kommen, bei denen der Hund angeleint werden muss, ist es nützlich, wenn Sie dafür nicht vom Pferd absteigen müssen. Man kann mit viel Übung und je nach Größe des Hundes sowie des Pferdes den Tieren beibringen, dass der Hund mit den Vorderpfoten am Pferd „hoch springt“. So kann man bei passenden Größenverhältnissen ganz einfach die Leine an- und ablegen. Wenn alles klappt, können Sie zuerst mit kleinen Spaziergängen starten. Hierbei kann es sehr hilfreich sein, vorerst eine Begleitperson mitzunehmen, um Hund und Pferd individuell zu betreuen. Sie sollten Ihr Pferd anfänglich noch führen und erst später aufsteigen. Falls schreckhafte Situationen entstehen, haben Sie so eine bessere Kontrolle über beide Tiere. Mit diesen kleinen Regeln schaffen Sie eine gute Grundlage und Basis, auf der das gemeinsame Training fortgesetzt werden kann.

Hund rennt

Jetzt ist Kondition gefragt - Galopp und lange Ausritte

Lange Ausritte und hohes Tempo müssen trainiert werden. Ein Mensch kann schließlich auch nicht von heute auf morgen einen Marathon laufen. Der Hund muss also Schritt für Schritt an längere Strecken gewöhnt werden, damit er dafür ausreichend Kondition aufbauen kann.

Gerade im Galopp sollten Sie vorsichtig sein, damit der Hund nicht in Panik gerät, weil er nicht schnell genug hinterherkommt. Deswegen spielt die Größe und die Rasse des Hundes eine ausschlaggebende Rolle. Gerade kleine Hunde haben bei einem schnellem Tempo, wegen ihrer physischen Konstitution, natürlich mehr Probleme mitzuhalten.

Sobald ein Hund sicher auf die Grundkommandos hört, spricht nichts dagegen, ihn auf Strecken abzuleinen, auf denen Hunde frei laufen gelassen werden können. Vorsicht ist geboten, wenn der Hund dazu neigt, jagen zu gehen. Denn bei akutem Verdacht auf Wilderei sind Jäger dazu befähigt, einen Hund zu erschießen. Es ist also auch sinnvoll, sich mit den Jägern in seinem jeweiligen Bezirk auseinander zu setzen. Wenn die Jäger die Hunde kennen und wissen, wem sie zuzuordnen sind, kann man einen gefährlichen Schuss vermeiden.

TIPP

Kleine Hunde dürfen unter keinen Umständen in Satteltaschen oder ähnliche Säcken, die an den Sattel gehängt werden, mitgenommen werden. Sollte sich das Pferd erschrecken oder der Hund auf einmal herausspringen, kann es zu sehr gefährlichen Situationen kommen! Die Leine darf niemals an den Sattel gebunden werden! Bei einem durchgehenden Pferd könnte der Hund sich lebensbedrohlich verletzen!

Am Besten ist es, wenn der Hund gelernt hat, auf der Höhe der Mittelhand des Pferdes zu laufen. So hat der Reiter seinen Hund im Blick und dieser wiederum kann auf die Bewegungen des Pferdes reagieren. Bei engen Wegen muss der Hund gezwungenermaßen hinter oder vor dem Pferd laufen. Hier ist es wichtig, dass die Leine lang genug ist.

Dauert der Ausritt einmal länger oder Sie sind in Jahreszeiten unterwegs, in denen es schnell dunkel wird, vergessen sie nicht, Ihre beiden Vierbeiner mit Reflektoren auszustatten. Dies dient der Sicherheit im Straßenverkehr. Für Hunde gibt es mittlerweile tolle leuchtende Halsbänder. Neben aller Übung und Erziehung darf natürlich der Spaß nicht vergessen werden! Genießen Sie gemeinsam die Zeit in der Natur und haben Sie Spaß am „durchs Gelände ziehen“!

Tags: Tierpflege, Haltung
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